Alles echt

31. Dezember 2006 | Von | Kategorie: Hard Rock | 3.481 mal gelesen

Der Bandname ist na ja…, das Albumcover simpel und ich verwette trotzdem meine beiden Mittelfinger darauf, dass diese Band oben auf dem Foto demnächst sowas von durch die Decke gehen wird, dass die “England brennt” Welle weinend in der Ecke liegt.

In dieser Form sind “Led Sabbath” wieder da und haben ordentlich Pfeffer unterm Hintern mitgebracht! Mein Gott, sind die geil!

Mit einem Instrumentarium wie zu Vaters Zeiten huldigt das australische Trio Wolfmother dem Hardrock der 1970er von Bands wie Black Sabbath und Led Zeppelin. Da die Truppe darüber hinaus aber durchaus solide im hier und jetzt verankert ist, und die Begeisterung für die Schlaghosen- und Langhaar-Ära des Rock überzeugend mit jetztzeitlicher Indie-Rock-Attitüde konterkariert wird, sind Wolfmother nicht nur keine reinen Revivalisten, sondern schlicht und ergreifend eine der spannendsten Bands des Frühlings.

Der Anfang jedenfalls ist gemacht: Der NME freut sich vor Wolfmothers UK-Debüt auf “die Band, über die jeder spricht”, die New York Post sieht die Band derweil als ‚Vorreiter eines weltweiten Hardrock-Revivals’. Kollegen von Pearl Jam bis zu den Flaming Lips sind begeistert. Und: in der Heimat gab’s vor kurzem gar Platin fürs dort bereits erschienene, von Dave Sardy produzierte Debüt. Nicht schlecht. Auch wenn Ross zugibt, “dass man dafür bei uns nur ungefähr 50 Platten verkaufen muss, Australien macht gerade einmal vier Prozent des Musik-Weltmarkts aus”.

Die Band Wolfmother macht zwar klassischen Hardrock, Stockdale klingt mitunter wie der junge Ozzy Osbourne, ist aber in Gestus und optischem Erscheinungsbild weder macho noch chauvinistisch. Trotz Querflöten wie bei Jethro Tull, Schweineorgeln wie bei Deep Purple, Texten über Einhörner und einem vom Kult-Fantasy-Zeichner Frank Frazetta gestalteten, relativ scheußlichen Cover-Artwork wie bei Ronny James Dio sind die Drei aus Sydney Underground und irgendwie indie.

Retro hatten wir ja in den letzten Jahren schon in jeder vorstellbaren Variante. Wenn uns jetzt tatsächlich noch mal jemand den Hardrock neu beibringen soll, dürfen das sehr gerne Wolfmother sein. Zur Not auch mit Querflöte.

Wolfmother wissen, dass man den Blues kennen muss, um überzeugend rocken zu können und haben außerdem Bands wie Soundgarden, Kyuss und die White Stripes verinnerlicht. Das Wichtigste aber ist: Diese Jungs können Songs schreiben.

Es bleibt kein Zweifel – hier ist alles echt, keine Attitüde, keine Arroganz – nur großartige pure Rockmusik, die soviel Seele hat, dass man schwerlich unberührt bleiben kann! Und was früher gut war, muß heute nicht schlecht sein. Hört euch das mal an, gleich zwei Wahnsinns-Stücke vom gleichnamigen Debütalbum “Wolfmother”:

Wolfmother – Woman



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