Riff-Brecher

22. März 2007 | Von | Kategorie: Metal | 2.507 mal gelesen

Chino Moreno, der Sänger der Deftones ist ein zerrissener Typ, der seine Band einfach mal ein halbes Jahr lang im Stich lässt, um einen klaren Kopf zu kriegen. „Wenn Chino nicht so talentiert wäre, dann gäbe es ihn nicht mehr in dieser Band“, sagt Bassist Chi Cheng und bringt die Geschichte der Band aus Sacramento damit auf den Punkt. Moreno ist das talentierte Aushängeschild des Quintetts, dessen Motivation ein ewiges Hin und Her ausmacht.

Vor fast zehn Jahren wurden die Deftones als Mitbegründer der Nu-Metal-Szene gefeiert, nur um diesem Genre mit ihrem dritten Album „White Pony“ einen Meilenstein ins Gesicht zu schleudern, der sie vom Schubladendenken befreite. Die Deftones sind kein Metal, sie sind Rock, und zwar im weitesten Sinn. Extreme Noise-Attacken raufen sich mit brettharten Gitarrenwänden und werden von sphärischen Balladen wieder beruhigt. Bei der rasanten musikalischen Berg-und-Tal-Fahrt der Deftones ist Morenos Stimme der ständige Begleiter. Egal, ob er singt, schreit, kreischt (ja, da gibt’s Unterschiede) oder winselt, seine Stimme berührt so sehr wie seine todespoetische Song-Lyrik.

Die Amerikaner brettern auch auf ihrer relativ neuen „Saturday Night Wrist“-LP mit noisigen, verzerrtem Gesang und kombinierten (Nu-) Metal in die Umwelt: schwere Gitarrenriffs, treibende Schlagzeugpassagen, sperrig überlagerte Songstrukturen und dazu verzerrter Gesang, der allen Schmerz dieser Welt herauszubrüllen scheint. Das ist alles nichts Neues, und trotzdem gewinnen die Deftones bei zunehmender Umdrehungszeit Sympathiepunkte und offenbaren zwischen Riff-Brechern zarte Melancholie.

Deftones – Mein



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