Weltenelend

30. März 2007 | Von | Kategorie: Pop | 3.367 mal gelesen

Mit ernster Miene und verträumtem Blauauge unter seiner hübschen dunklen Matte schaut uns Conor Oberst von deutschen Musikmagazinen an. Scheint, als hätte die Musikpresse dem schüchternen Jungen aus Nebraska, besser bekannt unter seinem Bandnamen Bright Eyes, den roten Teppich als Songwritergenie der Saison ausgerollt.

Früh fand Conor Oberst in der Musik das Ventil für seine eingesperrten Gefühle in der weiten Ödnis Nebraskas. Erste Band mit 13, Gründung der Bright Eyes mit 17. Doch Oberst bleibt bescheiden, auch wenn er sich nie mit einen Hang zum Understatement hervor getan hatte: „I could have been a famous singer, if I had someone elses voice“.

Die Themen des androgynen Knaben sind erwachsen: Liebe, Depression, Einsamkeit, Tod. Conor Oberst singt Lieder zu verschwitzten Harfen mit geprügelter Stimme, die der von Cure-Zottel Robert Smith verdächtig nahekommt. Oft klingt er so und brüchig, daß man ihn am liebsten in die Arme schließen und mit Schokolade trösten möchte. Eine Mischung aus gehobenem Weltenelend, Lagerfeuerromantik und liebenswerter Trotteligkeit.

Mit „Cassadaga“ folgt nun ein neues Album auf dem sich viele bekannte Gastmusiker wiederfinden, u.a. Gillian Welch, Janet Weiss (Ex-Sleater-Kinney), M.Ward, Maria Taylor, Ben Kweller, Andy LeMaster (Now It’s Overhead) und Jason Boesel (Rilo Kiley). Und es gibt auch wieder gewohnte Klänge, wenn der Country dominiert („Four Winds“, „Classic Cars“ oder „I Must Belong Somewhere“), obwohl der Einstieg mit dem Opener „Clairaudients (Kill Or Be Killed)“ orchestral daherkommt.

Bright Eyes – Four Winds



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