Mit Leib und Seele
23. Juni 2008 | Von Das Team von Hey Tube | Kategorie: Folkrock | 1,643 mal gelesenDie nigelnagelneue Single “Going Up The Country” (Der Song stammt von Canned Heat) ist ein perfekter Sommerurlaub-Wohlfühl-Mix. Eingespielt mit Instrumenten von damals, gleichgültig ob Klavier, Gitarre, Banjo, Ukulele, Akkordeon, Posaune, Kontrabass, Schlagzeug oder Mundharmonika, sogar in die Hände wird geklatscht. Auf denen machen Kitty Daisy & Lewis ordentlich Krach, wobei die Haupteinflüsse ihrer Songs nicht zu überhören sind. Künstler, wie Louis Armstrong, Muddy Waters, Lightnin’ Hopkins, John Lee Hooker, Sonny Boy Williamson, Booker T & the MG´s, Johnny Cash, Little Richard, Mississippi John Hurt, Nina Simone, Ray Charles, Robert Johnson, Sam Cooke, Elvis Presley, T-Bone Walker….
Going Up The Country ist in der Interpretation dieser blutjungen Musiker ein bestes Beispiel für Blues, Swing, Doo-Wop und Rock’n'Roll der vierziger und fünfziger Jahre und man hört heraus, dass sich Kitty Daisy & Lewis dieser Musik mit Leib und Seele liebevoll hingeben.
Ich habe diese Band in die Schublade “Folkrock” gepackt, denn nach eigener Aussage ist ihr Stil in R&B/Roots/Country einzuordnen.
I’m going up the country, babe don’t you wanna go
I’m going up the country, babe don’t you wanna go
I’m going to some place where I’ve never been before
I’m going, I’m going where the water tastes like wine
Well I’m going where the water tastes like wine
We can jump in the water, stay drunk all the time
I’m gonna leave this city, got to get away
I’m gonna leave this city, got to get away
All this fussing and fighting, man, you know I sure can’t stay
Now baby, pack your leaving trunk, you know we’ve got to leave today
Just exactly where we’re going I cannot say, but We might even leave
the USA ‘Cause there’s a brand new game that I want to play
No use of you running, or screaming and crying
‘Cause you’ve got a home as long as I’ve got mine
Kitty Daisy & Lewis – Going Up The Country






Moin moin – das hört sich gut an – sieht originell aus. Zum ersten. Zum zweiten würde ich mir ja doch wünschen, dass da diese grossartige Musik nicht nur einfach erstaunlich gut nachgespielt wird. Etwas mehr Interpretation wünscht man sich ja im Pop schon? – Auf jeden Fall ein sehr interessanter Tipp – wird wohl meinerseits genauer verfolgt werden.
Pop ist eigentlich eine kurzlebige Sache. Ex und hopp. In der Regel ist nichts so alt wie der Hit von gestern. Newcomerbands werden im Wochentakt entdeckt, ein Retrotrend folgt den nächsten. Aber auch die Popmusik und ihre Protagonisten haben eine Geschichte, Musikstile sind nicht vom Himmel gefallen, sondern entwickelt worden.
1969 war das Jahr des “Summer of Love”, und dann kam im August Woodstock, das längst zur strahlenden Legende mutierte Festival, ein Mythos. 1969, das war auch das Jahr, als die Amerikaner auf dem Mond landeten. Die Nation aber war tief gespalten, der Vietnamkrieg entwickelte sich zum Trauma. Apocalypse Now. So haben auch die fantastischen Canned Heat mit ihrem wohl größten Hit Goin’ up the Country von dem Doppelalbum Livin’ the Blues aus dem Jahre 1969 ihre Daseinsberechtigung – als Teilnehmer des glorifizierten Love & Peace-Meetings mit ihren Protestsongs gegen den Krieg.
“Goin’ up the Country” in der Version von und mit Kitty Daisy & Lewis – das ist nicht irgendein Titel, nicht irgendein Song oder irgendeine Pop-Zeile. Es klingt auch nicht neu, sondern 1000 Mal gehört, wie ein Splitter aus der kollektiven Erinnerung. Ein Ort, unendlich oft markiert auf der Pop-Landkarte, sowie die riesige Spannbreite, in diesem mythischen Popjahr 1969, das für uns schon fast so weit entfernt erscheint wie der Mond.