Wie eine verbeulte Posaune

4. Februar 2009 | Von | Kategorie: Pop | 2.968 mal gelesen

Er ist der vielleicht außergewöhnlichste Sänger dieser Tage. Er treibt erwachsenen Menschen die Tränen in die Augen und macht Pop-Ikonen sprachlos: Antony Paul Hegarty von Antony And The Johnsons – ein bronzener Tenor, der sich immer wieder aufschwingt ins Falsett, wo er aber nicht wie eine herrliche Flöte klingt, sondern wie eine verbeulte Posaune.

In England geboren und in Kalifornien aufgewachsen, zog es ihn 1990 nach New York. Dort taucht er in die Avantgarde- und Kunstszene ein, stylt sich wie eine Mischung aus Isabella Rossellini in „Blue Velvet“ und der Dragqueen auf dem Soft Cell-Cover von „Torch“. Erst 2000 erscheint das Debüt-Album „Antony And The Johnsons“. Protegé Lou Reed nimmt Antony daraufhin mit auf Tour und lässt den androgynen Mann auf seinen Platten singen. Oder ihn bei Konzerten den Velvet Underground-Song „Candy Says“ als Arie vortragen.

Antony Paul Hegarty, der mit seinem vorherigen Album „I Am A Bird Now“ schon bewies, die Gay-Community genauso verzaubern zu können wie Liebhaber von Marc Almond, Klaus Nomi oder Nick Cave. Wer geheimnisvollen Kunst-Pop jenseits der Geschlechtergrenzen schätzt, wird den Mann aus dem East Village lieben.

Nun ist die erste Single vom neuen Album „The Crying Light“ auf dem Markt, die dort anschliesst, wo er mit „I Am A Bird Now“ aufhörte.

Antony & The Johnsons – Epilepsy Is Dancing

Antony & The Johnsons
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