Buttercreme-Harmonien

25. Februar 2009 | Von | Kategorie: Pop | 2.558 mal gelesen

Der Unterschied zwischen sehr guter Popmusik und perfekter Popmusik liegt nicht zuletzt in der Haltbarkeit. Songs schreiben, die sofort zünden, süchtig machen, einem nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf gehen – das können eine ganze Reihe von Musikern. Doch wie lange dauert es, bis man genug hat von dicken, weichen Harmonieteppichen? Stunden, Tage, Monate, Jahre?

Den ersten Langzeittest hat „Does You Inspire You“, das aktuelle Album der Band Chairlift, bereits bestanden. Die Platte ist im Dezember 2008 erschienen und zeigt immer noch keine Abnutzungserscheinungen. Auch nach der x-ten Wiederholung klingt ihr genialer Mix aus tanzbarem 80er-Synthiepop, Trip-Hop Nummern, und experimentelle Folk-Stücke wie „Don’t Give A Damn“ so mitreißend wie beim ersten Mal.

Anstatt auf vordergründige Gefälligkeit zu setzen, haben Chairlift ihren vielschichtigen Pop-Songs immer wieder ein paar kleine Ecken und Kanten verpasst. Jedes Mal, wenn ein Song ins Kitschige abzuschmieren droht, steuern Chairlift noch schnell dagegen und singen von Umweltverschmutzung über Telemarketing bis hin zu den übertriebenen Hygienevorstellungen ihrer amerikanischen Landsleute. Sie lieben es, mit ihren Buttercreme-Harmonien bis an die äußersten Grenzen des Erträglichen zu gehen – aber nie darüber hinaus.

Chairlift – Evident Utensil

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