Revolver zwingt uns, Hörgewohnheiten aufzugeben

17. Juni 2009 | Von | Kategorie: Pop | 2.551 mal gelesen

Gitarren, Harmoniegesang, fast überkorrektes Outfit. Wer jetzt an die Beatles denkt, liegt knapp daneben. Jérémie Arcache, Ambroise Willaume und Christophe Musset kommen aus Paris und nennen sich Revolver, nach einem Album der Beatles, deren Einfluß nicht zu überhören ist. Sie haben mit „Music For A While“ ihre erste CD auf dem Markt, wobei sich das Trio stark an die Sechziger orientiert, soundtechnisch geht’s also zurück in die Ära der Beatles, ohne dass Revolver als reine Retro-Popband zu bezeichnen ist. Dafür leben die drei Franzosen zu sehr im Hier und Jetzt.

Nicht zuletzt ist es der kongenialen Band zu verdanken, dass die Einflüsse von den Beatles, Elliott Smith, Bob Dylan, Flaming Lips, Beach Boys und den Kinks hier nicht bloß nur so klingen, sondern ihre Songs werden mit Gitarre, Piano und Cello in überraschend anspruchsvolle Kunstliedarrangements eingebettet. Die Dreistimmigkeit – ich sag mal der „Kirchen-Chorknaben“ – erheben sich dabei nicht nur mit der Klarheit eines Gebirgssees über die feine Instrumentation, sie erreichen in ihrer emotionalen Spannung auch dessen Tiefe und dabei zwingt uns Revolver, Hörgewohnheiten aufzugeben.

Auch wenn das Trio in den meisten Stücken eine eher ruhigere Gangart einschlägt, Stücke wie „Birds in Dm“ und „Balulalow“ (nachzuhören auf MySpace) sind gesangliche Präzisionsarbeit von aufrüttelnder Einfühlsamkeit. Das Ergebnis ist reinster Pop – von Ballade bis „Get Around Town“.

Revolver – Get Around Town

Revolver
MySpace


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