Der Popel der Wahrhaftigkeit

21. August 2009 | Von Horst Wendt | Kategorie: Folkrock | 1,436 mal gelesen

Beeindruckend, der britische Songwriter Frank Turner mit Folkperlen über Filmrisse und böse Pariser Mädchen. Und der bewies am 06.August im Hamburger Knust ein phänomenales Improvisationstalent: Als ihm die eigenen Lieder ausgingen, weil der Hauptact auf sich warten ließ, coverte er Klassiker wie “I Want To Break Free” von Queen oder “Dancing Queen” von ABBA – ein typisches Missverständnis eben.

Nun wundert es doch ein wenig, das ihm die Songs ausgingen, wo doch mit “Poetry Of The Deed” im September seine neue Platte veröffentlich wird. 13 Songs, an Punk erinnernd. Dabei überragend Frank Turners raues, nach Whiskey und Kippen klingendes Organ, vermutlich ein Relikt aus stimmlich anstrengenderen Zeiten als Sänger der Londoner Hardcore-Punk-Band Million Dead. Ein Schreihals eben. Aber was kann der Mann texten! Er besingt Alltägliches wie Öfen, Kupferknöpfe, Popel, die schon erwähnten Filmrisse und böse Pariser Mädchen – und man versteht Liebe, Sehnsucht und Wahrhaftigkeit. Eine Rebellion eben – gegen langweiliges, nichtssagendes Songwriting. Somit könnte man ihn als Popel der Wahrhaftigkeit bezeichnen.

Frank Turner – The Road

Frank Turner
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