Moderne Wegelagerei
29. September 2009 | Von Das Team von Hey Tube | Kategorie: 125 ml | 964 mal gelesenÜberraschung und Trübsinn in der musikalischen Blogosphäre: Vor kurzem hat unser befreundetes Blog
White Tapes unangehme Post bekommen, weil sie einen direkten Link auf eine bei betterpropaganda gehostete MP3-Datei gesetzt hatten. Dem Blog wurde nahe gelegt, bis zum 30.9 den Song zu entfernen. Weiterhin sollen eine Aufwandsersatzbetrag in Höhe von 100 EUR bezahlt werden und eine Unterlassungserklärung an das Major Label ist zu unterschreiben. Bei einem Verstoß wird White Tapes eine Strafe von 5.001,00 EUR angedroht. Ist die Abmahnung gerechtfertigt, kann das teuer werden, da kommen neben dieser Unterlassungserklärung bis zu mehreren hundert Euro für die Rechtsanwaltsrechnung zusammen. Da ist dieser Aufwandsersatzbetrag geradezu lächerlich.
Das ist seit den harten Strafen für illegalen Musik- und Filmdownload inzwischen vielen Nutzern klar. Aber es gibt nach wie vor Stolperfallen, bei denen es schnell vorkommen kann, dass eines Tages die Abmahnung eines Rechtsanwalts ins Haus schneit, so wie in diesem Fall.
Offenbar gibt es immer noch genügend findige und unmoralische Rechtsanwälte, die Vertrauen in das Auslaufmodell Musikindustrie haben, vermutlich nicht annähernd so viel Geld einnehmen wie seriöse Anwaltskanzleien, aber mindestens genauso hohe Gewinne rauszuhauen. Es gibt weitaus Wichtigeres, als Blogger zur Kasse zu bitten, die nur einen Link auf eine Downloadmöglichkeit gesetzt haben. Dass es dabei noch nicht einmal um eine selbst gehostete MP3-Datei geht, zeigt, wie lächerlich diese Aktion eigentlich ist. Es ist fraglich, wovor die Musikindustrie eigentlich geschützt werden soll und was ist “lauter” und zulässig, was ist “unlauter” und verboten? Das Ganze ist ein Wirrwarr an Verwertungsrechten, völlig undurchschaubar, absurd und moderne Wegelagerei!
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White Tapes
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Schallgrenzen






[...] noch einmal einen Dank an Stylespion, Venue, Nicorola, Spex, Heytube und Lieinthesound, die das Thema sehr differenziert weiter getragen und zu einer breiten Diskussion [...]
Übrigens gab es bei im Hiphop-Bereich gelagerten Blogs eine regelrechte Abmahnwelle, wegen der Verlinkung von kostenlosen Dj-Mixtapes mit Major-Inhalten. Bis zu 800 Euro sollen (ich weiß von ca. 8 Fällen) die Blogs an das Anwaltsbüro “Rasch” zahlen. Ist natürlich ebenso eine Frechheit, da man bei Mixen von professionellen Dj’s eigentlich von der Legalität ausgehen kann. Das Ganze passiert also offensichtlich mittlerweile nicht mehr stichprobenartig, sondern mit System, um denjenigen, die eigentlich die Musikindustrie durch kostenlose Werbung unterstützen, das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Aber die Anwälte können sicher gut davon leben…
kennt ihr schon diesen Radiobericht (mit mehreren Betroffenen und dem Sony-Sprecher):
http://www.djron.net/on3-radio.....egen-blogs
Grüße,
Sascha
[...] Stylespion, Venue, Nicorola, Spex, Heytube, Stay Indie Don’t Be A Hater, I♥Pluto Ähnliche Artikel:Viele Köche verderben den BreiWarum [...]