Als stecke man Jonathan Richman, Tom Waits, Johnny Cash, Leonard Cohen und Ennio Morricone in einen Sack

15. Mai 2010 | Von | Kategorie: Folkrock | 3.284 mal gelesen

Der Bandname, übersetzt etwa „scheinheilig“, ist Understatement pur! Der musizierende Neo-Hippie und Namensgeber Bigott sowie seine drei Begleiter mögen Eklektiker sein, aber eben verdammt schlaue: Aus gewöhnlichen Zutaten wie Folk, Gospel, Blues, Bluegrass und Country mit Glückshufeisen mischen die Spanier eine ungewöhnliche Mixtur. Mit vielen alten Instrumenten (wie einer Pump-Orgel aus dem Ersten Weltkrieg!?) pendelt die Band zwischen Rock, Folk und Entrücktheit.

Zudem passt der schleppende, mitunter stampfende Folk-Rock so vortrefflich zu Bigotts Kneipenorgan. Mit dem beschwört der Sänger die großen Gefühle. Oder er wälzt große Gedanken in kleinen Gehirnen. Wortkarg und zugleich wortgewaltig, depressiv, aber nie hoffnungslos. Dass das vollkommen frei von Kitsch ist, ist das eigentlich Schöne an dieser Musik und klingt, als stecke man Jonathan Richman, Tom Waits, Johnny Cash, Leonard Cohen und Ennio Morricone in einen Sack und heraus kommt: Eintracht! Melodien! Hymnen!

Charmant verspielt ist Bigotts schräger Folk, aber nicht überladen und bescheidwisserisch. Nachzuhören auf dem neuen Album „This Is The Beginning Of A Beautiful Friendship“ und dem Opener „Dead Mum Walking“.

Bigott – Dead Mum Walking

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