Ein dichtes Geflecht von Anspielungen und Andeutungen

3. August 2010 | Von | Kategorie: Folkrock, Psychedelic | 2.044 mal gelesen

Man verfeinere in der Tradition des College-Rock jene schöne Schlurfigkeit, die nicht allzu viel Wert auf rauschfreie Aufnahmen und perfekt gespielte Gitarren legt. So die amerikanischen Woods und ihr Lo-Fi-Pop, vor allem das neue Album „At Echo Lake“, eine Mischung aus sonntäglicher Verschlafenheit, Melancholie und Momenten unberechenbarer Euphorie, aus Folk-Reminiszenzen und gänzlich unprätentiösem Rock.

Und das ist ein Dokument dieser musikalischen Genies um Sänger Jeremy Earl, das keine Grenzen kennt: Gitarren-Gezirpe und Gegniedel vermischt sich mit altem Psychedelic-Schwung, die superlässige Stimme wie eines Neil Young verrennt sich in Momente fahriger Ratlosigkeit, Klangspielereien aus den Tiefen alter Rock-Zeiten treffen auf einige wenige Störgeräusche. Ein dichtes Geflecht von Anspielungen und Andeutungen entsteht, mehr Skizze als Song -schwierig, schwierig.

Warum man aber das neue Album lieben sollte? Weil in jedem dieser Songfragmente eine Stelle ist, die alles erleuchtet, ein Blitz, der das Können dieser Band in hellstes Licht setzt. Weil sich musikalische Verweigerung und anschmiegsamer Pop selten so glamourös verbrüdert haben. Weil Orientierungslosigkeit nie so clever und smart klang wie bei der Band Woods. Und weil die Pop-Welt ohnehin voll ist von runden, perfekten Sachen.

Woods – Death Rattles

Woods – Til The Sun Rips

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