Die Platten 2010

17. Dezember 2010 | Von | Kategorie: 125 ml | 3.944 mal gelesen



Nachfolgend unsere Lieblingsplatten 2010!

Ja, jetzt ist es wieder so weit. Was war für uns die beste Platte des Jahres?

Zur Einstimmung haben wir in einem subjektiven Bild (oben) Beispiele zusammengestellt. Die Musik, die uns hier auf Hey Tube laut hat mitsingen lassen. Die Songs und Melodien, die uns begeistert haben. Herausgekommen ist natürlich eine entschieden unrepräsentative Auswahl (unten). Angefangen mit Songfragmente, die eine Stelle haben, die alles erleuchtet, einem Blitz, der das Können einer Band in hellstes Licht setzt bis hin zu staubtrockenen, knarzenden Songs, die bis auf die Knochen abgeschält wurden. Aber das nur so nebenbei – interessiert keinem vielleicht ja doch.

1. At Echo Lake – Woods

Warum man aber das neue Album lieben sollte? Weil in jedem dieser Songfragmente eine Stelle ist, die alles erleuchtet, ein Blitz, der das Können dieser Band in hellstes Licht setzt. Weil sich musikalische Verweigerung und anschmiegsamer Pop selten so glamourös verbrüdert haben. Weil Orientierungslosigkeit nie so clever und smart klang wie bei der Band Woods.
2. Infinite Arms – Band Of Horses

Die Songs des dritten Albums gerieten noch rockiger, vergniedeln sich aber auch schon mal in einem undurchdringlichen Gitarrenwäldchen. Am Ende stehen dann aber doch zehn eindrucksvolle Songs. In ihnen vereint sich der Geist von Neil Young, Grandaddy und Built To Spill – alleine ihre spröde Schönheit erschließt sich nicht auf den ersten Blick.
3. Good Morning, Magpie – Murder By Death

Bedrohlich und finster klingt das. Kein Wunder: Murder By Death, benannt nach einer Krimi-Parodie, hegt eine Vorliebe für Monster, Bestien, Zombies. Da passen keine fröhlichen Dur-Akkorde oder launige Sprüche, eher so, als würde man noch in dieser Nacht den Leibhaftigen erwarten. Der packende Sound aber lebt vor allem von Sarah Balliet, die ihr E-Cello zupft, kratzt, streicht – regelrecht schlägt. So schwankt der Vierer zwischen Wait’schem Säuferblues und druckvollem 80er-Hardcore á la Hüsker Dü hin und her. Erstklassig!
4. Crystals Fall – Sparrow And The Workshop

Morgenstund’ hat Gold im Mund – oder doch zumindest in der Stimme. Wie Polly Harvey mit ihrer Band Sparrow And The Workshop nämlich auf dem neuen Debütalbum „Crystals Fall“ ihre klare, voluminös-klare Stimme durch die 14 Songs strömen lässt, ist bezaubernd.
5. Sugar – Dead Confederate

Nun stehen Dead Confederate endgültig vor dem Durchbruch: Ihr neuestes Werk „Sugar“ ist ein Geniestreich. Die zehn Songs klingen magisch, sind pure Verschwendung an Melodien, lässig vorgetragen und eingepackt in Gitarren-Trash, Akustik-Balladen und eckigem Rock.
6. Butterfly House – The Coral

Die von zu viel Gras vernebelten, von Auflösungsgedanken geplagten Hirne von The Coral arbeiten wieder. Mit dem sechsten Album „Butterfly House“ läuft das Sextett gar zu großer Form auf. Zwar klingt diese dunkle Zeit in den Nothernsoul-getränkten, von Beat getriebenen Indie-Rock-Songs immer noch durch. Aber mit einem leicht veränderten großartigen Sound, an die Moody Blues erinnernd – eine Art Symphonic Rock, Art Rock oder Lush Pop – hört sich das ganze wunderbar an.
7. American Spiritual – Dirty Sweet

Es muss nicht immer Gospel und Blues sein. Manchmal soll es auch richtig rocken. Und wer kann das besser und länger als die “Rolling Stones”, die Urgesteine der Zunft? Das dachten sich wohl auch Dirty Sweet aus San Diego, waren vielleicht müde des Singens in Kirchenhallen und laden deshalb zum Anhören des neuen Albums.
8. This Is The Beginning Of A Beautiful Friendship – Bigott

Der Bandname, übersetzt etwa “scheinheilig”, ist Understatement pur! Der musizierende Neo-Hippie und Namensgeber Bigott sowie seine drei Begleiter mögen Eklektiker sein, aber eben verdammt schlaue: Aus gewöhnlichen Zutaten wie Folk, Gospel, Blues, Bluegrass und Country mit Glückshufeisen mischen die Spanier eine ungewöhnliche Mixtur. Mit vielen alten Instrumenten (wie einer Pump-Orgel aus dem Ersten Weltkrieg!?) pendelt die Band zwischen Rock, Folk und Entrücktheit.
9. Distortionist – Murdocks

Vielleicht regnet es. Und du sitzt da, 800 Kilometer südlich vielleicht, und guckst in die Röhre. Seufz! Es gibt aber ein Trostprogramm. Mach’ dich doch einfach auf den virtuellen Tripp: Leg “Distortionist” von den texanischen Murdocks ein, lass’ den Nachbarn mithör’n. Knips den PC an, logg’ dich ins Internet und lass’ dich treiben. Das Surfen durchs Hey-Tube-Revier ist eben Fun. Mal lehrreich. Mal banal. Mal unterirdisch. Mal daneben. Und manchmal ziemlich komisch.
10. Be Brave – The Strange Boys

Am rohen, tief in einem archaischen und unbehauenen Stilmix, im Low-Fi- und Garagen-Rock verwurzelten Sound ändert sich mit der Scheibe wenig. So gibt es weiterhin staubtrockene, knarzende Songs, die bis auf die Knochen abgeschält wurden, wobei die E-Gitarren und ein Saxophon bei “Be Brave” wie Schakale heulen.



Uns interessiert auch eure Meinung. Habt auch ihr auch ein favorisiertes Album 2010? Habt auch ihr einen Dauerbrenner, eine Single, den ihr immer und immer wieder hören musstet? Welcher Song ging euch einfach nicht aus dem Ohr? Welches Lied, welches Album macht euch heute noch Gänsehaut?

Ach so:
Um einen kleinen und hoffentlich guten Eindruck zu gewinnen, warum wir diese Platten gewählt haben, gibt es hier die 10 besten Songs aus diesen Alben.

Am 3. Januar 2010 sind wir in gewohnter Form wieder für euch da. Wir danken für den ungebrochenen Zuspruch im vergangenen Jahr. Es bleibt spannend, auch im neuen Jahr. Versprochen.

Horst und Therese von www.heytube.de



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