Lieder wie Schotterpisten, unter denen sich ein glänzender Pracht-Boulevard befindet

22. Januar 2010 | Von | Kategorie: Alternative | 1.935 mal gelesen

Sholi

Um Eines vorweg zu nehmen: Um gepflegten, leicht verdaulichen Gitarren-Rock handelt es sich bei den Songs der Band Sholi ganz sicher nicht.

Die Lieder sind wie Schotterpisten, unter denen sich ein glänzender Pracht-Boulevard befindet. Ein kurvenreicher, abschüssiger mit Schlaglöchern zudem, in den die Band ihre schwergewichtigen, bisweilen seelengepeinigten Textzeilen meißelt. Teenie-Serien-Jargon geht jedenfalls anders!

Der lange Entwicklungsprozess der Gruppe aus San Francisco zeigt dabei eine deutliche Tendenz Richtung Mainstream, doch die irgendwo im Umfeld der Pixies, The Beatles, Beck, Four Tet, The Cure, Kraftwerk oder Syd Barrett verwurzelten Sholi können und wollen nicht ohne Brüche und Schrullen. Selbst die unwiderstehliche Pop-Hymne „All That We Can See“ vom selbstbetitelten Album kommt nicht ohne quergelegte Sounds aus, wohl aber ohne Effekthascherei. Die wendungsreichen Songs zwischen Indie, Folk-Kargheit, Hysterie und Üppigkeit, zwischen zackigen Rhythmen, unbändiger Dynamik und poetischer Düsternis sind klassisch arrangiert.

Über postrockende Soundscapes findet das Quartett den Weg zu einer eigenwilligen, melodiebetonten Mixtur aus Gitarren-Pop, Elektronik, New Wave, 70er-Jahre-Rock und gewaltigen Soundwällen. Was mich den Vergleich „klingen wie Mischung aus David Crosby und Deerhoof“ abnötigt.

Sholi – All That We Can See

Sholi
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