Sorgfältig inszenierte Kunststudentinnen-Attitüde

29. Januar 2010 | Von | Kategorie: Psychedelic | 2.372 mal gelesen

Warpaint

Warum Warpaint als Vorläufer 2009 die 6-Song-EP „Exquisite Corpse“ rausbrachten, mag verstehen, wer will. Denn hier läuft das Damen-Quartett zu ganz, ganz großer Form auf. So fokussieren sich die ergreifend zwischen Rock und Pop irrlichternden Neo-Psychedelikerinnen auf Songs, die sie selbst als albtraumhaft, düster, ekstatisch, melodisch und bewusstseinserweiternd bezeichnen. Jedes Lied für sich ist schon eine packende Kurzreise – und als Paket ein Traumurlaub mit einer Mischung aus irrem Psychedelic-Pop, bunten und zuweilen ironischen Texten und jeder Menge theatralischem Girlie-Pop und sie machen damit die Welt zu einem etwas besseren Ort.

Vier Jahrzehnte nach dem Summer Of Love befreien Warpaint Psychedelia und Hippie-Sound aus der Mottenkiste, pusten die Staubschicht weg und vermischen diese Grundideen mit einem eindrucksvollen Sammelsurium bewährter Stilrichtungen von Pop bis Melodram, nicht ohne dieser Mischung ihre eigene Handschrift zu verleihen. Warpaint bedienen sich so freimütig aus der Popgeschichte wie sie jung sind und präsentieren ihre Fundstücke mit sorgfältig inszenierter Kunststudentinnen-Attitüde.

Was für eine Schande, dass Warpaint noch keinen Longplayer veröffentlich hat. Der soll aber noch in diesem Jahr bei Rough Trade veröffentlicht werden.

Warpaint – Elephants

Warpaint – Billie Holiday (Kein Video)

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