Der Poet als eine Art Übervater

3. Februar 2010 | Von | Kategorie: Black Music | 2.994 mal gelesen

„Message to the Messengers“ hieß in den 90ern sein Versuch, den sich gegenseitig niedermetzelnden US-Rappern den Kopf zu waschen. Gil Scott-Heron darf das, muss das: Der Poet gilt als eine Art Übervater dieser jungen gewaltversessenen Plaudertaschen. Seine wütenden Attacken der 70er auf das Establishment, auf kapitalistischen Wahn und zutiefst rassistische US-Politiker machen ihn zu einer glaubhaften Figur – im Ghetto ebenso wie im Feuilleton.

Gil Scott-Heron

Nun hat er mit „I’m New Here“ eine neue Scheibe am Start, wobei der coole musikalische Rahmen und die halb gesungenen, halb gesprochenen Wort-Tiraden gegen eine Ausgeburt kranker US-Geheimdienst-Hirne zur Ausrottung der Schwarzen und die menschenverachtende Gesetzgebung – eine ungewöhnliche Kombination, aber sie funktioniert: Lässig trotz aller Wut klingt „I’m New Here“ und gar nicht antiquiert. Wer der Black Music auf den Grund gehen will, findet hier tiefe Wurzeln.

Gil Scott-Heron – Me And The Devil

Gil Scott-Heron
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