Musik als akustisches Pendant zu einer leicht vergilbten Postkarte

10. März 2010 | Von | Kategorie: Alternative | 1.423 mal gelesen

Grenzenlose Offenheit prägt diese herausragende Neuerscheinung aus dem weiten Feld der nordamerikanischen Popmusik. Passend zum Winter vermittelt das Album „Born And Thrown On A Hook“ von Drink Up Buttercup wohltuende Wärme, die indes nichts mit harmloser Gemütlichkeit zu tun hat. Dafür sind Sounds und Arrangements zu ausgefuchst, gelegentlich bei aller Melodie-Seligkeit auch zu abenteuerlich. Mit oberflächlichem Anhören sind diese Neobeat-Entwürfe also im Wortsinne „nicht zu fassen“.

Drink Up Buttercup

Entsprechend verträumt klingen Songs wie das schwerelose „Gods and Gentlemen“ oder das ergreifend schöne „Young Ladies“ – zart, melancholisch, aber nie überzuckert oder kitschig: Musik als akustisches Pendant zu einer leicht vergilbten Postkarte aus der Vergangenheit.

Mit scheppernden Drums, unkonventionellen (Schlag-) Instrumenten, Uralt-Synthesizer und allerlei elektronischem Schnickschnack bauen Drink Up Buttercup aber auch gewaltige Klangkathedralen, die geerdet durch behutsame Elektronik-Elemente mit Klassikrock-Bombast und bisweilen mit viel Refrain daherkommen. Auch bei dieser ebenso experimentellen wie zugänglichen Musik ahnt man noch große Vorbilder: Die Beatles. Spätestens bei dem bittersüßen Song „Lovers Play Dead“ hört sich das Album dann wie das avantgardistische Meisterwerk an, das dem amerikanischen Pop neue Wege öffnen kann.

Drink Up Butercup – Seasickness Pills (Live)

Drink Up Buttercup – Doggy Head (Live)

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