Leidenschaftlich endzeitlich

20. Mai 2010 | Von | Kategorie: Alternative | 1.514 mal gelesen

Der lange Entwicklungsprozess der Gruppe aus Portland zeigt eine deutliche Tendenz Richtung Mainstream, doch die irgendwo im Umfeld von Stephen Malkmus & the Jicks, Pavement oder Built To Spill verwurzelten Quasi können und wollen fast nicht ohne Brüche und Schrullen. Selbst unwiderstehliche Balladen wie der Song „Laissez Les Bon Temps Rouler“ oder der flotte und knarzige Opener „Repulsion“ kommen nicht ohne quergelegte Sounds aus, wohl aber ohne Effekthascherei – zumindest ersterer. Die wendungsreichen Songs zwischen Indie, Hysterie und Üppigkeit, zwischen zackigen Rhythmen, unbändiger Dynamik und poetischer Düsternis – alleine ihre spröde Schönheit erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Die findet sich hinter ausgedehnten Gitarrenriffs, verschlungenen Melodien und komplexen Strukturen.

Das Trio kümmert sich nicht um Konventionen, musiziert da weiter, wo das Musikverständnis des durchschnittlichen Pop-Konsumenten aufhört. Konsequent zerschlagen sie gängige Songstrukturen, improvisieren mit schweren Gitarren düstere Klanglandschaften. Doch dabei verkommen ihre Songs nicht zu Frickel-Orgien, die Melodien aber nicht aufgerieben, wie das frische Album „American Gong“ beweist – sie leben vielmehr in einer dunkelroten, warmen Aura, sind leidenschaftlich endzeitlich.

Quasi – Laissez Les Bon Temps Rouler

Quasi – Repulsion

Quasi
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