Google kappt Musik-Blogs ohne Vorwarnung
12. April 2010 | Von Das Team von Hey Tube | Kategorie: 125 ml | 1,132 mal gelesenGoogle hat mindestens sechs populäre englischsprachige Musik-Blogs wegen angeblich verletzten Urheberrechts gestrichen. Diese Blogs – alle gehosted von Google Blogger und Blogspot – erhielten unangenehme Mitteilungen und wurden aus dem Internet gelöscht.

“Wir möchten Ihnen mitteilen, dass Ihr Blog eine weitere Beschwerde in Bezug auf die Inhalte erhielt”, beginnt der fast heitere Brief. “Nach einer Überprüfung Ihres Kontos haben wir festgestellt, dass Ihr Blog wiederholt die Nutzungsbedingungen vom Blogger-Service nicht eingehalten und verletzt haben … wir sehen uns gezwungen Ihr Blog zu entfernen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.”
Betroffen sind u.a. so bekannte Musik-Blogs wie
My Old Kentucky Home oder
I Rock Cleveland
Der ganze Artikel ist auf
www.guardian.co.uk nachzulesen.




Nun eigentlich ist die Geschichte ja ein alter Hut – zumindest gemessen am Zeitgefühl im Internet. Aber so einfach ist die Sache nicht, ein paar der Blogs haben eigenmächtig Mp3s gehostet – und unter dem Aspekt hat Google wahrscheinlich nicht mal vorschnell gehandelt. Es fällt mir schwer, Google den schwarzen Peter zuzuschieben, nur weil manch Blogger glaubt, dass er Mp3s einfach so hosten kann und das Urheberrecht nach eigenen Regeln auslegen darf. In dem Falle würde ich dir eine umfassende Recherche ans Herz legen und statt dem Aufwärmen der Nachricht den Zustand danach beschreiben (Einige der Blogs sind ja wieder bei anderen Hostern online). Das wäre sicher informativ.
Mag sein, dass du Recht hast, aber angesichts des sensiblen Themas und des alten Hutes ist diese Nachricht doch noch weiterhin aktuell. Ich habe lediglich darauf hinweisen wollen, wie gefährlich das Dasein einiger bekannter (MP3-)Blogs sein kann und bin doch überrascht über das konsequente Einschreiten seitens Google: Erst schießen, danach Fragen!
Einer exakten und nachhaltigen Recherche bedarf es nicht, das haben schon andere gemacht: http://www.gulli.com/news/goog.....2010-02-12
Prinzipiell stimme ich dir wegen der nach wie vor gegebenen Aktualität zu. Aber ich tue mir eben schwer, wenn mache dieser Mp3-Blogs selbst Downloads hosten und dann sagen, sie wollen damit doch nur den Bands helfen. Dann sollen sie die Künstler bzw. halt deren Labels um Erlaubnis fragen und die Mp3 nur bei positiver, verbindlicher Rückmeldung anbieten, wie das zum Beispiel dieser Blog (http://www.muruch.com/) immer explizit angibt. Das eigentliche Probleme von Musikblogs (mit kostenlosen Mp3s) in Deutschland ist ja immer die Ländergrenze und die damit verbundenen Verwertungsrechteinhaber. Eine in Amerika kostenlose, auf einer renommierten Seite angebotene und somit legale Mp3 darf man von Deutschland aus nicht einfach so per Hotlinking verlinken, weil man sich vielleicht dadurch – wie ja einem Blog im Herbst passiert – den anwältlichen Zorn des in Deutschland zuständigen Labels zuziehen könnte. Da lauert eine echte Tücke, das Hosten von Mp3s (mit Erlaubnis des Labels oder Künstlers) kann eine weiteres finanzielles Problem sein, wenn der Musiker bei der GEMA ist. Das sind in deutschen Gefilden die eigentlichen Gefahren für ehrenwerte Blogger.
Fazit: Google macht sicher nicht alles richtig, aber mein Mitleid für wissentlich (Urheberrecht verletzende (und eben nicht Opfer von undurchsichtigen Gesetzeslagen werdende) Blogger hält sich eben auch in Grenzen.
Mit dem Wunsch nach Recherche meinte ich vielmehr, dass es wahrscheinlich für viele interessant wäre, wie es den betreffenden Blogs nach einem Neustart ohne Google mittlerweile so ergeht. Einsicht? Reue? Rechtliche Schritte, wenn man zu Unrecht von Google ins Fadenkreuz genommen wurde? Das gäbe ein spannendes Update, finde ich. Sollte also nicht bedeuten, dass deine Meldung schlampig recherchiert war.