Die Koffer so voll, dass keine Unterhose mehr Platz hätte
22. Juli 2011 | Von Horst Wendt | Kategorie: Rock | 835 mal gelesenDer musikalische Kreis von The Lorelei schließt sich. Auf ihrem aktuellen Album “Faces” haben Gründungsmitglieder Jonny und Beefy mit ihren Bandkollegen nach über 20 Jahren den rauen, harten Rock ihrer Anfangstage wiederentdeckt. Wie 1990, als die in Aberdeen gegründete Band mitten im Grunge-Fieber einen eigenen, vom Folk angehauchten düsteren Sound kreierte.
Sanfte Töne sucht man trotz Banjo und Bratsche (Viola) auf “Faces” vergebens: Mit ihrer handfesten Straßenpunk-Gesinnung haben diese derben Schotten mit den Pogues, die folkloristischeTrinklieder mit der Attitüde des Punk verbanden und den Prä-Grungern Screaming Trees ziemlich viel gemeinsam und die Koffer so voll, dass keine Unterhose mehr Platz hätte. Aber so etwas können echte Kiltträger ohnehin nicht gebrauchen. Aus den verzerrten Gitarren und den surrealen Texten sprechen Wut und Frustration, das den Hörer auf einen famosen Seelentrip mitnimmt – durch Dunkelkammern und zu Sonnenplätzen.
The Lorelei – Endescapology






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