Wenn das Stroboskop flackert und Farbkaskaden an den Wänden zerfließen

1. September 2011 | Von | Kategorie: Rock | 1.967 mal gelesen

Die Band Crystal Antlers aus Long Beach wurde 2008 gegründet und nahmen seitdem ungefähr jeden Gig an – ob im Pornoschuppen, beim Motorradtreffen oder gar auf einem Schnellboot. Das passt aber wunderbar zum irren Sound der Kalifornier. Angetrieben von einer tollwütigen Farfisa-Orgel toben sie zwischen aggressivem Garagen-Rock, Noise, Sixties-Psychedelia, chaotischen Feedback-Orgien und Experimental-Klängen. Als Beweis liegt das hochklassige Album „Tentacles“ aus 2009 vor.

Nun ist das zweite Album der Crystal Antlers auf dem Markt und die einst dronigen, verzerrten, lavastromartigen Psych-Rock-Songs klingen auf „Two-Way Mirror“ noch abgedrehter und wundersamer. Aber wie schon auf „Tentacles“ kommen auch hier die wuchtigen, kantigen, oft grimmigen Stücke rüber.

Hier rühren fünf Meisterköche den Brei dick und schmackhaft an, bringen sämtliche Zutaten ihrer persönlichen Vita ein. Folgerichtig trifft Alternative auf metallischen Speed, Progressiv-Elemente vermengen sich mit Psychedelic und klassischen 60er Experimental-Rock. Den Gitarren werden keine Exzesse untersagt, das Klangbild ist gerne mal übellaunig und ausschweifend, aber immer mitreißend, aggressiv und treibend, so, als wenn das Stroboskop flackert und Farbkaskaden an den Wänden zerfließen. Wer nach hübschen Melodien sucht, muss schon genau hinhören oder sich eine nette Pop-Platte kaufen. Das hier ist Klasse-Rock, der den Begriff Kompromiss nicht kennt.

Crystal Antlers – Two-Way Mirror

Crystal Antlers – Dog Days

Crystal Antlers – Summer Solstice

Crystal Antlers
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