Als würde jemand epische Musik mit Napalm abfackeln

30. September 2011 | Von | Kategorie: Rock | 2.831 mal gelesen

Was ist der Rock’n’Roll doch farblos geworden. Zum Glück pinseln Transfer dem grauen Genre, das stereotyp immer härter, fetter und cooler daherkommen möchte, ein bisschen Rouge auf das in die Jahre gekommene Gesicht. Zugegeben, die Farben von der kalifornischen Band Transfer auf „Future Selves“ – gerade erst hierzulande erschienen – sind eher dunkel gehalten, aber genau das macht den Reiz des Quartetts aus San Diego aus.

Auf elf Songs (inkl. Bonus-Track „White Horse“) hat die Band ihre Gitarrensongs mit allerlei elektronischem Zuckerguss koloriert. Harter Stoff. Aber wunderschön. Denn trotz der düsteren Atmosphäre und der latenten Melancholie besitzt „Future Selves“ eine Menge Glamour. Kein Zweifel: Mit ihrem Debüt legen Transfer in jeder Hinsicht ein ambitioniertes und imposantes Werk vor. Auf ambientem, psychedelischem Sound und geheimnisvollen Momenten folgt melodiöse Schönheit, auf apokalyptische Passagen luzide Post-Rock-Strecken. Kurz: Die im Post-Rock verwurzelten Tracks klingen, als hätte jemand Led Zeppelin, Black Sabbath und die Rolling Stones in eine Topf geworfen oder besser: als würde jemand die epische Musik der Beatles mit Napalm abfackeln.

Transfer – Take Your Medicine

Transfer – Losing Composure (Live)

Transfer – White Horse (Audio)

Transfer
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