Der Charme der amerikanischen Landstoffels
21. Februar 2012 | Von Horst Wendt | Kategorie: Folkrock | 557 mal gelesenDie Songs von Dastardly gehen nicht beim ersten Hören ins Ohr. Und beim zweiten Mal auch nicht. “Americana” nennen die Amerikaner ihre Countrymusik, wenn sie sich nicht auf dem Niveau des Musikantenstadls bewegt. Sie ist Blues- und Rock-infiziert, rau, rauchig, roh, handgmacht – “Honky Tonk” eben.
So ist es mit Dastardlys neuer EP “Bury Me In The Country”, auf der “Rose Marie” nicht enthalten ist, auch. Dabei sind die Texte die eigentlichen Glanzstücke. Wo die Band aus Chicago doch so wenig Wert auf Glanz legt. So wirft die Band einen maliziösen Blick auf ihre verlogenen Durchschnittsnachbarn, singt über Langeweile in Beziehungen und große Mengen Alkohol. All das tragen Dastardly meist mehr-stimmig vor, getragen von der klassischen Formation: Gitarre, Bass, Drums, Banjo, Akkordeon. Das hat Charme, den Charme der amerikanischen Landstoffels eben. Mit Cowboystiefeln, ein bisschen gewollt cool, aber mit Hirn. Richtig zu begeistern weiß das auch beim dritten Hören nicht, aber es ist merkwürdig. Und zwar im engen Wortsinn: Man sollte sich den Namen des Quintetts merken. So schwer das sein mag.
Dastardly – Fever
Dastardly – Rose Marie





