Mit einem starken Hang zur morbiden Skurrilität
2. April 2012 | Von Horst Wendt | Kategorie: Alternative, Pop | 487 mal gelesenAn ihrem Sound haben Shrag demonstrativ die Ecken und Kanten stehen lassen. An ihrem Songwriting haben die Pop-Post-Punks jedoch deutlich gefeilt. Etwas weniger Rotz, dafür mehr Pathos und große Geste – oder anders gesagt: etwas weniger Raincoats und X-Ray-Spex, mehr The Slits und Elastica. Die neue Single “Tendons In The Night” ist eine zickige Pop-Schönheit aus kalten, scheppernden Riffs und sahnigen Hooklines. Laut, chaotisch und so, als sei das 2003 gergründete Quintett aus Brighton und London der Instrumente kaum mächtig.
Das Ganze könnte auf dem zu erwartenden dritten Album der neue urbane Soundtrack für die blassen, anämischen Nachtgestalten, die mit blasierter Langeweile und Lust am Untergang sich im Schattenreich aufhalten, werden, verbunden mit einem starken Hang zur morbiden Skurrilität – voller Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung in einer endzeitlichen Welt.
Shrag – Tendons In The Night





