Die Platten 2012

21. Dezember 2012 | Von | Kategorie: 125 ml | 5.622 mal gelesen



Auch dieses Jahr wieder – unsere Lieblingsplatten 2012!

Der Pop ist tot, es lebe der Pop: In Zeiten der Radio-Dudelei, der Castingsternchen-Flut und ausbleibender großer Trends wird der Pop gern totgesagt. Doch dann kommen immer wieder Talente, exzentrische Überflieger oder einfach nur gute Songs, die den Pop retten – irgendwie.

So ist das auch 2012: Lieder, Menschen, Sensationen bestimmen das Pop-Jahr bei uns – allen voran King Dude, die Band um TJ Cowgill, die alle drei Kategorien in sich vereint. Mit „Burning Daylight“ legten sie ein veritables und grandioses Album vor.

Auf Platz zwei folgen The Dandy Warhols mit dem überzeugenden Werk „Alternative Power To The People“ vor Geronimo! mit ihrem ersten Album „Exanimate“.

Auf Platz vier, fünf und sechs diese Künstler: Mrs. Magician rangiert mit „Strange Heaven“ vor American Gospel, die mit ihrem Album „Tall Tales Vol.1“ in der Jahresbilanz auf Rang fünf landete. Hinter diesem ruhigen Klampfen-Sound von American Gospel liegt das psychedelische Moon Duo mit „Circles“ – Platz sechs.

Die restlichen Platzierungen in unseren Top Ten 2012: Platz sieben belegen die großartigen Apache Dropout mit „Bubblegum Graveyard“, dahinter folgen die Musiker von Blonds mit „The Bad Ones“, sowie die Bands The Walkmen mit „Heaven“ und Royal Baths („Better Luck Next Life“).

1. Burning Daylight – King Dude

Dass es die richtige Entscheidung war, sich diesen Artikel samt Video reinzuziehen, daran lässt die amerikanische Band King Dude aus Seattle vom ersten Akkord an keinen Zweifel. Kommentarlos setzt Vorturner TJ Cowgill zum emotionalen wie elektrisierenden “Jesus In The Courtyard” an – und packt einen mit seiner eindrucksvoll gebrochenen Stimme sofort an den Haarwurzeln.
2. This Machine – The Dandy Warhols

Die Gitarrenpophymne “Alternative Power To The People” stammt von dem aktuellen Album “This Machine” und ist ein psychedelisch-spaciger Ritt durch den Rock’n’Roll mit Reminiszenzen an das eigene “Wir”, denn die Dandy Warhols sind die Westernhelden unter den Rockbands.
3. Exanimate – Geronimo!

Für alle, an denen die schon dagewesenen Genies des Shoegazing und Gitarren-Noise (z.B. Pavement) vorbeigingen, gibt es jetzt Geronimo!. Das Trio aus Chicago orientiert sich in seinen Songs einerseits an die erwähnte Gruppe und deren dichte Gitarrenwände. Andererseits kann es sich nicht frei machen vom Einfluss der lärmenden Sonic Youth.
4. Strange Heaven – Mrs. Magician

Mrs. Magician, das Quartett aus San Diego muß sich nach exzessivem Hören der Sex Pistols und Stooges gegründet haben. Dabei streifen die Musiker durch Dekaden von Rock-Geschichte, besonders der 60er, um aus Surf-Sound, Rock ‘n’Roll oder Punk eine eigenwillige Mixtur zu brauen.
5. Tall Tales Vol.1 – American Gospel

Es gibt sie noch: Musiker aus Leidenschaft. Künstler ohne Kompromisse. Nur sind sie schwer zu finden und kaum zu vernehmen zwischen Retorten-Bands und Charts-Einerlei. Greg Andrew Dellarocca ist einer von den Guten und noch dazu ein ganz besonderes Exemplar. Der Mann aus Long Island ist Mitglied der Band The Republic Of Wolves und hat mit seinem Nebenprojekt American Gospel ein erstes Album “Tall Tales Vol​.​1″ auf den Markt gebracht.
6. Circles – Moon Duo

Das Moon Duo kann gnadenlos intellektuell und unsexy klingen, und es kann sich in seinem kopfgesteuerten Klangkosmos verlaufen. Doch die beiden Musiker Sanae Yamada und Ripley Johnson können auch ganz anders. “Circles”, ist im Verhältnis zum Gesamtwerk fast ein Pop-Album.
7. Bubblegum Graveyard – Apache Dropout

Apache Dropout gelten als das Wildeste und Durchgeknallteste, was Bloomington im US-Bundesstaat Indiana derzeit zu bieten hat. Dabei stimmt die Band nicht in angesagte Sounds ein. Apache Dropout blicken weit in die Musikgeschichte zurück: auf eine Zeit, zu der heute noch aufregend klingende Gruppen wie die Cramps, Flying Burrito Brothers oder 13th Floor Elevators mit ihrem Garagen-Rock, Sixties-Punk und Psychedelia zu Größen wurden.
8. The Bad Ones – Blonds

Geprägt werden die Songs von Cari Raes prägnanter Stimme, kleinen Eskapaden und großen Gesten, verschwurbelten Klangspielereien, dem Wogen zwischen Euphorie und Melodramatik und alles hat den verstaubten Charme alter Zeiten. Das ist alles weder neu noch sonderlich originell, aber die Umsetzung ist ein Knüller.
9. Heaven – The Walkmen

Dreizehn Songs sind auf „Heaven“ drauf, dreizehnmal die Quintessenz aus Indie-Rock und Ohrwurm, dreizehn Hits für Retro-Rockisten. Hier zählt nicht die Pose, sondern ungezügelte aber sanfte Energie. Gibt man diesen Songs aber Zeit, dann finden sich unter den ganz bewusst aufgerauten Oberflächen wunderschöne Melodien und sehr eigenwillige Arrangements, die mal rocken, mal ruhig verharren.
10. Better Luck Next Life – Royal Baths

Um es vorweg zu nehmen: Ja, Royal Baths machen Retro-Mucke. Ja, sie klingen nach Velvet Underground oder Neil Young auf Acid. Und, man höre und staune: Sie machen urzeitlichen Garagen-Rock mit einer Prise Blues. Mit schnöden Riffs, Lou-Reed-Vocals und mannigfaltigem Einsatz versierter Pop-Effekte schaffen es Royal Baths den Hörer über die Distanz von neun Songs bei der Stange zu halten.


Am 7. Januar 2013 sind wir in gewohnter Form wieder für euch da. Wir danken für den ungebrochenen Zuspruch im fast vergangenen Jahr. Es bleibt spannend, auch im neuen Jahr. Versprochen.



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