Die Platten 2013

20. Dezember 2013 | Von | Kategorie: 125 ml | 2.093 mal gelesen

Auch dieses Jahr wieder verraten wir unsere Lieblingsplatten 2013!

Und unsere Songs 2013!

Zur Weihnachtszeit gibt’s „Last Christmas“, zur Sommerzeit „Macarena“ – jedes Jahr dasselbe Spiel.

Doch während die Weihnachtshits Jahr für Jahr größtenteils dieselben bleiben, findet sich im Laufe jeden Jahres das eine oder das andere hervorragende Album. Was aber nicht heißt, dass man die beliebtesten Titel des Jahres nicht jedes Jahr wieder hören würde. Aber die sind hier an dieser Stelle natürlich nicht zu finden, denn das Ganze geht mehr oder weniger in die psychedelische Richtung.

Der Rückblick auf das Popjahr 2013 offenbart zwar nur wenige potenzielle Klassiker, aber eine Reihe solider Veröffentlichungen, überraschender Newcomer und interessanter Kollaborationen. An der musikalischen Vielfalt des endenden Jahres gibt es eigentlich nichts auszusetzen.

Das interessanteste Album kam im zur Neige gehenden Jahr von den alten Bekannten The Growlers, die sich eher mit der Festigung ihres Status als mit Neuerfindungen des eigenen Sounds beschäftigten. Langweilig ist „Hung At Heart“ trotzdem nicht gewesen, ganz im Gegenteil, es ist unser bestes Album 2013.

Auf Platz zwei folgen Secret Colours mit dem überzeugenden Werk „Peach“ vor The Black Angels mit ihrem vierten Album „Indigo Meadow“.

Auf Platz vier, fünf und sechs diese Künstler: The Heligoats rangieren mit „Back To The Ache“ vor Family Of The Year, die mit ihrem Album „Loma Vista“ in der Jahresbilanz auf Rang fünf landeten. Hinter diesem ruhigen Familien-Sound liegt Dead Gaze mit dem selbstbetiteltem Album – Platz sechs.

Die restlichen Platzierungen in unseren Top Ten: Platz sieben belegen die großartigen Golden Animals mit „Hear Eye Go“, dahinter folgen die exzentrischen Musiker von Purson mit „The Circle And The Blue Door“, sowie der junge Brite Jake Bugg mit „Shangri La“ und auf Platz 10 Fat White Family („Champagne Holocaust“).

1. Hung At Heart – The Growlers

The Growlers präsentieren sich in Bestform: „Hung At Heart“, das neue Abum, ist ein wilder, schweißtreibender Trip durch verführerischer Psychedelic und kantigem Surf-Garagenrock. Schrammelgitarren, Schweineorgel – alles wurde rau und originalgetreu auf 60s-Sound produziert. Und fängt die enorme Power, die die Kalifornier live entfesseln, perfekt ein.
2. Peach – Secret Colours

Secret Colours befreien mit dem Werk „Peach“ Psychedelia und Hippie-Sound aus der Mottenkiste, pusten die Staubschicht weg und vermischen diese Grundideen mit einem eindrucksvollen Sammelsurium dieser bewährter Stilrichtungen, nicht ohne dieser Mischung ihre eigene Handschrift zu verleihen.
3. Indigo Meadow – The Black Angels

The Black Angels gehören zu den derzeit besten Vertretern des Psychedelic-Sounds. Gepaart mit anderen Rock-Subgenres der späten 60er und frühen 70er wie Stoner, Kraut oder Space sowie Post-Punk laufen The Black Angels insbesondere live zu ganz großer Form auf.
4. Back To The Ache – The Heligoats

Auch auf ihrem dritten Studioalbum “Back To The Ache” schütteln The Heligoats wieder reihenweise perfekte Songs aus dem Ärmel. Ihre Mischung aus kräftigem Schalgabtausch an den Drums, Gitarren und Basslinien und dem angestrengt-melodiösen Gesang von Frontmann Chris Otepka schmiegt sich ins Ohr und geht von dort direkt in die Beine – oder in den Kopf.
5. Loma Vista – Family Of The Year

Die Band Family Of The Year aus Los Angeles kann man, wenn auch scherzhaft als “Native Foxes, A Fleet Of Local Mates Of State” bezeichnen. Denn in der Tat mutet der Sound der verheißungsvollen Band wie eine Mischung aus Local Natives, den Fleet Foxes und Mates Of State an. Man darf sich also freuen, dass es drei der wichtigen Bands der Gegenwartkultur nun in einem eleganten, wenn auch ziemlich haarigen, Paket gebündelt gibt.
6. Dead Gaze – Dead Gaze

Im Gepäck haben Dead Gaze um Mastermind Cole Furlow nicht nur das selbstbetitelte Album, so etwas wie ein Best-Of, sondern auch ein Füllhorn, das vor Songideen überquillt: Fäden von Buzzcocks, Flaming Lips, Cloud Nothings, White Fence und Ty Segall werden aufgenommen.
7. Hear Eye Go – Golden Animals

Die zehn Songs auf „Hear Eye Go“ von den Golden Animals sind alles andere als Durchschnitt. Düstere Desert-Riffs wechseln sich mit psychedelische Anleihen ab. Dazwischen gibt’s klassischen, vom Blues beeinflussten Rock, den Genre-Freunde ohne Probleme sicher sofort ins Herz schließen werden. Die sehr fein arrangierte Midtempo-Wumme “You Don’t Hear Me Now” sorgt für die nötige Abwechslung.
8. The Circle And The Blue Door – Purson

Beim Hören des Debütalbums “The Circle And The Blue Door” der britischen Newcomer Purson kommt eine Ahnung auf, wie die Frontmänner Ritchie Blackmore oder Robert Plant vor Jahrzehnten Hallendächer zum Fliegen brachten. Die als einer der besten Psych-Rock-Debüts des Jahres von der zur Hysterie neigenden britischen Pop-Presse ausgezeichnete Platte ist tatsächlich ein Keulenschlag. Vier junge Männer mit Fronftrau zelebrieren die hohe Kunst des von psychedelisch durchzogenen Hardrock.
9. Shangri La – Jake Bugg

Das zweite Album des jungen Briten aus Nottingham heißt “Shangri La”, verzaubert genauso wir das erste selbstbetitelte Werk und kann sich auch hier zwischen Indie, Country, Folk und Punk nicht so recht entscheiden. Diese Genre-Mischung ist nicht taufrisch, aber Jake Bugg schafft es, das Altbekannte neu und saftig klingen zu lassen.
10. Champagne Holocaust – The Fat White Family

Fat White Family – das ist ein algerisch-britisches Gemisch – eine Band, die sich auch Fat Whites nennt und die wie ein rüpelhafter Keulenschlag daherkommt. Und das Sextett versucht erst gar nicht, so etwas wie Filigranität oder Harmonie aufkommen zu lassen: Enervierende Sounds, ruppiges Gitarrenspiel und schräge Geräusche bestimmen die kantigen, ungehobelten Songs auf dem Debüt-Album “Champagne Holocaust”.


Am 6. Januar 2014 sind wir in gewohnter Form wieder für euch da. Wir danken für den ungebrochenen Zuspruch im fast vergangenen Jahr. Es bleibt spannend, auch im neuen Jahr. Versprochen.



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