Die Platten 2014

19. Dezember 2014 | Von | Kategorie: 125 ml | 1.416 mal gelesen

Wir präsentieren unsere Lieblingsplatten 2014!

Und natürlich unsere Songs 2014!

1. Sky Sounds – Magic Castles

Mit dem neuen Album „Sky Sounds“ läuft die Band Magic Castles zu ganz, ganz großer Form auf. So fokussieren sich die ergreifend zwischen Rock und Pop irrlichternden Neo-Psychedeliker auf Songs, die als albtraumhaft, düster, ekstatisch, melodisch und bewusstseinserweiternd bezeichnet werden können. Jedes Lied für sich ist schon eine packende Kurzreise – und als Paket ein Traumurlaub.

2. Life/Thrills – Lower Plenty

Folkmusik – ein sanftes, friedliches Genre. Akustische Gitarre, verhuschter Gesang, vielleicht ein bisschen Mundharmonika. Oder Tamburin. Vielleicht. Lauscht man zum ersten Mal einem Song von Lower Plenty, glaubt man für einen Augenblick, das Quartett reihe sich hier prima ein. Aber nur für einen Augenblick. Denn diese immer unterschiedlichen Stimmen der beiden Sänger Jensen Tjhung und Sarah Heyward, die verschwurbelten Texte und die scheinbar ziellos dahinwankenden Melodien irritieren.

3. Season Sun – Gulp

Bassist Guto Pryce von den Super Furry Animals und Sängerin und Songwriterin Lindsey Leven haben die Band Gulp formiert und kommen von der britischen Insel. Man hört das nur nicht. Was vor allem an der Musik liegt: Die Band präsentiert gern Liedgut, wie es in Deutschland zu Krautrock-Zeiten geschrieben worden sein muss. Der selbstbewusste Psych-Pop ist nicht zu weich, der Rock nicht zu hart und die Momente des schon erwähnten Krautock nicht zu einschläfernd.

4. Everything’s A Thread - The John Steel Singers

Endlich taucht mit The John Steel Singers eine Newcomer-Band aus Brisbane auf, die ohne den ausgelutschten Begriff “das nächste große Ding” auskommt. Mit “Everything’s A Thread” ist das Debütalbum endlich auch in Deutschland erhältlich. Wer Freude an Tame Impala, Temples, Django Django oder auch The Unknown Mortal Orchestra hat, sollte bei den John Steel Singers auch einmal genauer hinhören.

5. With Light And With Love – Woods

Die eigentlich fröhlichen Folkrock-Querköpfe Woods, die zu viert launigen Indierock spielen, nehmen einen mit auf eine Zeitreise. Auch auf ihrem aktuellen Album “With Light And With Love” tauchen die New Yorker tief ein in gespenstische Lagerfeuer-Romantik, amerikanischen Folk-Rock der 70er und Psychedelia. Die Einflüsse reichen von Neil Young mit Crazy Horse und den Byrds zu Krautrock.

6. Rut. – …And The Hangnails

Mittlerweile sind die beiden Jungs Martyn Fillingham und Steven Reid von …And The Hangnails schon bei ihrem dritten Album angelangt: Das heißt simpel “Rut.” und ist etwas krachiger als die Vorgänger geraten. Trotzdem: Dass …And The Hangnails zwar Punk-Riffs beherrschen, ihre Songs melodisch, aber zumeist zugänglich sind wie kuschelweicher, sowie knallharter Blues-Garagenrock mag so mancher immer noch nicht sonderlich.

7. Ming City Rockers – Ming City Rockers

Die britischen Ming City Rockers aus dem Kaff Immingham tragen den Sixties-Sound ins 21. Jahrhundert. Denn mit ihrem selbtbetitelten Debütalbum begeben sich die vier Herren, die Aussehen wie Kinder von Alice Cooper, auf die Spuren so erfolgreicher Schweine- und Punkrocker wie MC5 und The Stooges. Mit etwas Glück dürften der Reihe dieser großen Bands vielleicht schon bald die Ming City Rockers zugefügt werden, denn sie sind jung, haben Zeit, tragen Retro-Klamotten, Sechziger-Siebziger-Frisuren und spielen Rock’n’Roll.

8. The Three Poisons – Elephant Stone

Was aussieht wie eine Einladung zu einem Gehirnwäscheseminar ist tatsächlich das Plattencover des neuesten Streichs einer großartigen Band: Elephant Stone, kanadische Psychedelic-Hippie-Rocker vom Feinsten, haben elf Songs aufgenommen – von schwebend über verschwurbelt bis rockig, aber immer mit einem Hauch indischer Klänge, dank der Sitar-Künste von Mastermind Rishi Dhir.

9. Hokus Pokus – Snøffeltøffs

Die Band Snøffeltøffs gilt als das Wildeste und Durchgeknallteste, was Berlin derzeit zu bieten hat. Dabei stimmt das Duo nicht in angesagte Sounds ein. Nach der ersten EP “Female Dreams” haben die Stilmischmasch-Künstler mit dem ersten Album “Hokus Pokus” einer abgefahrene, aber lohnende Mixtur aus Surf, Punk und 1960er-Garage herausgebracht. So holen sie diese Mixtur aus der Mottenkiste, pusten die Staubschicht weg und vermischen diese Grundideen mit einem eindrucksvollen Sammelsurium bewährter Stilrichtungen, nicht ohne dieser Mischung ihre eigene Handschrift zu verleihen.

10. Observatory – Dignan Porch

Dignan Porch gehören zu den Bands die Psychedelia, Folk, Grunge, Shoegaze und Dream-Pop auf höchstem Niveau vereinen. Die Briten bestehen im Kern aus Joseph Walsh und der liefert mit seinen Musikern mysteriöse, entrückte und versponnene Musik im Stil des 1970er Pop. Einerseits greifen die kraftvollen Songs der Band auf lärmendes Hau-Rein, andererseits arbeitet die Gruppe mit moderat eingewobener Elektronik.

Am 5. Januar 2015 sind wir in gewohnter Form wieder für euch da. Wir danken für den ungebrochenen Zuspruch im fast vergangenen Jahr. Es bleibt spannend, auch im neuen Jahr. Versprochen.


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