Die Alben 2015

18. Dezember 2015 | Von | Kategorie: 125 ml | 2.435 mal gelesen

Wir präsentieren unsere Lieblingsplatten 2015!

Und natürlich unsere Die Songs 2015!

1. Fever – Lost Dawn

Lost Dawn sind schon anders als die anderen Inselaffen und würden gut in die Fernseh-Disco der 1970er Jahre von TV-Clown Iljas Richter zwischen tanzenden Backfischen und Pullunder-Buben passen. Nachzuhören mit den nachfolgenden Songs vom Debütalbum „“Fever“, die dem Trio aus dem britischen Falmouth ganz nebenbei kleine Meisterwerke bescheren.

2. Foreign Organ – Woodenbox

Auch Woodenbox wissen um die Schönheit musikalisierter Melancholie, wie sie jetzt wieder auf ihrem Album “Foreign Organ” beweisen. Und nicht nur das: Das schottische Sextett aus Glasgow bzw. Edinburgh verbindet hier erneut das Schönste aus Alt und Neu: Seine Stücke blicken zurück in die Pop-Geschichte, wärmen den Zuhörer mit Klaviertupfern, Akustikgitarren, Mariachi-Trompeten und lassen an Sandwich, Spaghetti-Western, Ponchos und die Beatles denken.

3. Brain Cream – Jaill

Sie sind eine dieser Bands, die man einmal hört und sofort ins Herz schließt. Jaill aus Milwaukee, Wisconsin, mausern sich seit dreizehn Jahren schon zu einer der allgemeinen Lieblingsbands. Album Nummer vier “Bain Cream” ist zwar nicht eine Neuerfindung des Jaill-Gedankens, steht eher für ein brutzelndes serviertes Brimborium. Wie gehabt klopfen sie sich aus Surf (“Picking My Bones”), 1960er Pop (“Just A Lovely Day”), ein Quentchen Psychedelia (“Slides And Slips”) und Wahnsinn ihre Stücke zurecht.

4. Wicked Sun – Narco States

Da ist „Wicked Sun“, der erste Geniestreich in Form eines Albums der Band Narco States. Eine Platte voller Mut, gekonnt kanalisiertem Wahnsinn und genialistischer Zitate – und ein kleines bisschen malle… „Wicked Sun”“mit seinen acht Liedern ist ein schrilles Popalbum zwischen Iron Butterfly, The Cramps, Syd Barrett, Seventies, Zeitgeist und mag zwar analog-elektronisch und manchmal auch schläfrig klingen, aber trotzdem bewegt sich der Fünfer aus Minneapolis immer innerhalb des Garage-Psychedelic-Rocks, das durch jenes rauschende Relikt des frühen Spielart, die Farfisa-Orgel, bestärkt wird.

5. Seeds Flowers And Magical Powers Of The Dandelion – The Dandelion

Einige Semester Musikhören auf dem Buckel sind nötig, um mit dem Namen The Dandelion etwas anfangen zu können. Dahinter verbirgt sich nämlich Danatalia de Silver die/der sich auch Daniel Poulter oder Daniel Darling nennt und mit den Bands The Dolly Rocker Movement und Kill City Creeps die Geschehnisse der frühen Nuller-Jahre zumindest im Heimatland Australien mitbestimmte: Mit großem Geschick führt die vierköpfige Band psychedelische Paisley-Musik mit Underground, Folk und Alternative zusammen.

6. Tape Hiss – Rats On Rafts

Das Quartett Rats On Rafts aus Rotterdam kommt keineswegs aus dem Nichts: Sie haben sich in der Popgeschichte genau umgesehen und so ziemlich alles inhaliert, was mysteriös, geheimnisvoll und subkulturell relevant ist und mischen Post-Punk, New Wave und Lo-Fi zu einem elegischen Ganzen. Das neue Album “Tape Hiss” ist nicht so düster wie der Erstling “The Moon Is Big”, weniger New Wave, aber immer für eine Überraschung gut, wobei die Holländer musikalischen Kannibalismus betrieben haben und ultra fluffige, locker abgehangene und fein verschrobene Lieder durch geschmackvolle Elektronik-Einsprengsel zusammengelötet haben.

7. Live On KXLU 88.9 – Zig Zags

Die Band Zig Zags aus Los Angeles führt Rock vor, paart ihn mit ein bisschen Acid und ist dabei unglaublich energiegeladen. Das Trio überdreht gerne, man möchte meinen, die drei Herren drehen sogar ab. Wie Berserker ackert sich die amerikanische Formation durch Acid-Rock, Psych-Punk, Rock & Roll, Skate-Punk, Hardcore und Heavy Metal, durchmischt und zitiert dabei alles ohne Hemmungen.

8. InnuenIIdos – Tiny Giants

Die Tiny Giants klingen nach komplexer, kopflastiger Musik, aber doch ist das Trio aus dem australischen Ocean Grove davon weit entfernt. Die drei stark von den Sixties und 1970ern beeinflussten Männer orientieren sich nämlich an schnörkel- und zeitlosem psychedelischen Garagen-Rock und Bands wie The Murlocs, King Gizzard And The Lizard Wizard, Thee Oh Sees, Tame Impala, Velvet Underground oder die Pretty Things.

9. Citizens – The Wheel Workers

Gern wird der Sound von The Wheel Workers als Indie-Rock bezeichnet. Dass man es sich mit dieser Klassifizierung allerdings etwas leicht macht, beweist die neue, dritte Scheibe “Citizens”. Einerseits angelehnt an die Indie-Attitüde von Hardcore-Legenden wie Fugazi haben sie andererseits auch keine Scheu vor fröhlichen Popmelodien Marke The Clash.

10. Science From An Easy Chair – Have Gun, Will Travel

In den Liedern von Have Gun, Will Travel aus Bradenton, Florida, vereint sich vieles, das ein Gitarrenmusik liebendes Herz höher schlagen lässt. Dazu Songwriterkünste, Melancholie und Ausdrucksstärke. Auch auf dem neuen Album “Science From An Easy Chair” kommt die Band nicht ohne quergelegte Sounds aus, wohl aber ohne Effekthascherei. Die wendungsreichen Songs zwischen Indie, Folk-Kargheit, Hysterie und Üppigkeit, zwischen zackigen Rhythmen, unbändiger Dynamik und poetischer Düsternis sind klassisch arrangiert.

Am 4. Januar 2016 sind wir in gewohnter Form wieder für euch da. Wir danken für den ungebrochenen Zuspruch im fast vergangenen Jahr. Es bleibt spannend, auch im neuen Jahr. Versprochen.


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