Die Alben 2016

23. Dezember 2016 | Von | Kategorie: 125 ml | 640 mal gelesen

Wir präsentieren unsere Lieblingsplatten 2016!

Und natürlich unsere Die Songs 2016!

1. Distance Inbetween – The Coral

Dinge verändern sich, aber so sehr dann doch nicht. Das ist ja irgendwie beruhigend. Aber dank einiger Gene wie Neo-Psychedelic, Jangle-Pop und Indie-Folk in der DNA bringen The Coral tatsächlich strahlendes Licht in jedes noch so miesepetrige Loch. Als Beweisstück liegt das achte Album “Distance Inbetween” vor. Am Ende hat man zwölf Songs, die spielfreudiger gar nicht sein könnten.

2. Nonagon Infinity – King Gizzard & The Lizard Wizard

Musiker wollen irgendwie authentisch sein. Echt, originell und wahrhaftig. Das ist auch bei der Band King Gizzard & The Lizard Wizard nicht anders. Doch im Gegensatz zu ganzen Heerscharen von Musikern, die sich ihre Schweißperlen irgendwo geborgt haben, arbeiten die sieben Melbourner wirklich hart an einer Sache, die mit Garage nur ungefähr beschrieben ist.

3. Requiem – GOAT

GOAT: Eine Band wie ein Erdbeben. Musik, mit der man Leute erschlagen kann. Musik, tief grollend, wühlend. Eine Irrfahrt zwischen den Stilen. Weltmusik? Psychedelic? Folk? Afropop? GOAT sind das alles – und doch wieder nicht. Das schwedische Psych-Kollektiv kommt auch auf Album Nr. 3 recht überdreht daher, die Songs driften in träumerische Akustik-Gefilde, farbenfrohe Psychedelia und sonnigen Afro-Pop ab. “Requiem” heißt die neue Platte und dürfte die Band in ungeahnte Höhen katapultieren.

4. Running Out Of Red – Zig Zags

Die Zig Zags aus Los Angeles führen Rock & Roll vor, paaren ihn mit ein bisschen Acid und sind dabei unglaublich energiegeladen. Melodie-durchtränkte Rocksongs voller Background-Ohhhs und -Ahhhs schreiben sie, die einem schnell ins Ohr gehen. Dabei macht das Trio unbeirrt das, was es seit sechs Jahren macht: kurzweilig und ohne allzu großen Tiefgang zu unterhalten. Auf dem Debütalbum “Running Out Of Red” fährt die Band den Mittelfinger ziemlich weit aus: Man hört Schweinerrock-Skate-Punk, den Einfluss vergleichbarer 1970er Bands und Shoegaze-Injektionen.

5. A Weird Exits – Thee Oh Sees

Thee Oh Sees haben noch nie sehr viel gebraucht, um ihr enormes musikalisches Potenzial zu entfalten. Der raue Sound des Quartetts aus San Francisco versprüht den Elan einer Newcomer-Band auf ihrem Debütalbum. Da schimmert 60s Psych-Pop und Garage-Punk ebenso durch wie der verspielte Westcoast-Flower-Pop jener Zeit. Es klingt, als hätten die vier Musiker um John Dwyer mit dem neuen Album “”A Weird Exits reinen Tisch gemacht, sich von altem Ballast befreit – aber dem ist nicht so.

6. Sir Robin & The Longbowmen – Sir Robin & The Longbowmen

Überschwengliche Lobeshymnen gibt es für das erste Album von Sir Robin & The Longbowmen und das könnte ein Meilenstein werden, für etwas, was man musikalisch als Psychedelic Rock bezeichnen könnte und die Band nicht aus Übersee und auch nicht von der Insel, sondern aus deutschen Landen kommt. Mit dem selbstbetitelten Werk steht die Band aus Dresden für Stilvielfalt, epische Breite und Instrumentalpassagen, die schon mal ausufern können. Vokalharmonien erinnern manchmal an Eric Burdon oder Jim Morrison, Bassläufe an Led Zeppelin und die Lieder sind teilweise wie im barocken Pop strukturiert, sie sind turbulent und vielschichtig und klingen nie verkopft.

7. My Mind – TJ & The Reasons To Live

Singer und Songwriter Troels Jorgensen, Namensgeber und Mastermind der Band TJ & The Reasons To Live, serviert verschrobenen Folk und wirkt wie eine Mischung aus Poet und Hippie. Seine Folkpop-Songs nuschelt er mit seidiger Stimme. Ein Vergleich mit Musikern wie Kurt Vile oder Blitzen Trapper könnte man wählen, doch Jorgensen hat es geschafft, seinen eigenen Sound zu kreieren, seine eigenen Geschichten zu erzählen.

8. Life In The Dark – The Felice Brothers

The Felice Brothers zeigen, was Folk und Folkrock alles können kann: Zusammenspiel von intelligenten Texten und ebenso intelligenten Melodien. Die Gruppe erfüllt dabei einfach kein Klischee der tradionellen amerikanischen Folkmusik. Dabei stellen die Felice Brothers weder den Inhalt über die Form, noch praktizieren sie das noch gruseligere Gegenteil. Zudem passt der schleppende, mitunter stampfende Folk-Rock so vortrefflich zu der Band.

9. Calico – Allah-Las

Entweder ist die Band Allah-Las wirklich mutig – oder einfach ein bisschen einfallslos. Zwei Jahre liegen zwischen dem zweiten Album “Worship The Sun” und dem neuen und dritten Werk. „Calico“ ist ein Riesen(fort)schritt. Sicher, auch das selbstbetitelte Debüt 2012 strotzte nur so vor Energie, Einfallsreichtum und machte mächtig Spaß, war aber stilistisch allzu sehr aufs Abstellgleis vorprogrammiert. Jetzt gibt sich das Quartett aus Los Angeles gereifter: Selbstbewusst wird das Tempo gedrosselt, der fast nervöse Psychedelic-Sound des Vorgänger ist nahezu vergessen.

10. Love Is A Dog – Tinpan Orange

Der Sound von Tinpan Orange ist mal zart und wunderschön, auch mal etwas schräg oder schrammt haarscharf am Kitchpop vorbei. Und das Trio zählt zu den originellsten und künstlerisch intelligentesten Acts vom fünften Kontinent. Die Australier schätzen den intimen Sound moderner Folkmusik, dem vor Jahren schon das Etikett Neo-Folk oder Alt-Country angeheftet worden ist – nebst Pop. “Love Is A Dog”, das bereits fünfte Album, überrascht mit komplexen Arrangements, seichtem Gitarrenschrammeln, mit Geigen, jazzigen Pianophrasen, holprigen Bar-Chansons – und der schönen Stimme von Emily Lubitz.

Am 2. Januar 2017 sind wir in gewohnter Form wieder für euch da. Wir danken für den ungebrochenen Zuspruch im fast vergangenen Jahr. Es bleibt spannend, auch im neuen Jahr. Versprochen.


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