HYSTERISCHER ZYNISMUS

Dead Finks um das neuseeländische Duo Erin Violet und Joseph Thomas kündigten jüngst ihre Rückkehr mit ihrem vierten Album „New Plastik Abyss“ an. Das Album bewahrt die für die Band typische Mischung aus hysterischem Zynismus und unerbittlichem Ernst und ist gleichzeitig ihr bisher zugänglichstes Werk.

Ihre einzigartige Position im Spannungsfeld zwischen Sarkasmus und Aufrichtigkeit hat ihnen in der Underground-Szene schon seit einiger Zeit Aufmerksamkeit beschert. Und obwohl ihre Wahlheimat Berlin immer mehr einer Content-Farm für Venture-Capital-finanzierte Start-ups ähnelt, bleiben Dead Finks hartnäckig. „New Plastik Abyss“ sprüht vor Ideen und strahlt eine nervöse, farbenfrohe Selbstsicherheit aus. Es vereint klassisches Pop-Songwriting, Shoegaze-Klänge und Avantgarde-Kunstmusik in ihrem Repertoire.

„Anodyne“, die zweite Single lotet das Surreale und Unheimliche aus. Während ihre früheren Werke von Abnutzung und Wiederholung lebten, setzt dieser neue Song auf eine verletzliche Aufrichtigkeit und tauscht einen Teil ihrer Schärfe gegen etwas Offeneres und Vertrauteres ein. Er zieht klare Parallelen zu The Replacements in ihren verletzlichsten Momenten – vielleicht auch Wire oder Sonic Youth –  und vereint raue Wärme mit unverblümter Emotionalität. Es ist die melancholische Seite, die die Melodie über die Konfrontation stellt.

Dead Finks - Anodyne

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