KNOCHENTROCKENE SONGS WEHEN WIE TUMBLEWEEDS ÜBER DIE SAHARA

Wenn Mdou Moctar in die Saiten haut, erscheinen unwillkürlich staubige karge Wüstenlandschaften vor dem inneren Auge. Rumpelige Gitarrenriffs wehen durch knochentrockene Songs wie Tumbleweeds über die Sahara. So liefert der Nigerianer plus Band mit Tuareg-Blues, traditioneller afrikanischer Musik und Desert-Rock grobkörnigen Sand ins Getriebe der gut geölten Musikindustrie und zwar sehr mitreißend.

DA SWINGT SELBST DER ABWASCH

Die Musik der Band The Pilgrim ist einzigartig und genial. Und man weiß nie, was einen erwartet: ein krachendes Überraschungspaket, bei dem sich die Gruppe um Gabriele Fiori in Rock-Turbulenzen stürzt? Oder doch Banjo mit vielen Akustik-Gitarren? Sicherlich aber eine feine, akustische, psychedelische und melodische Folk-Space-Mixtur, die sie abliefern.

AUSGEREIZT

Man könnte es sich einfach machen: Hippietypen, West Coast Sound, Psychedelisches, Folk-Rock. Eine dieser Epigonen, die versuchen, wie zu Zeiten der 1960er West Coast-Psychedelia und des frühen 1970 Folk-Rock zu klingen. Damit würde man die Band Snowgoose jedoch grob fahrlässig unterschätzen.

EIN AUSFLUG AUF DEN MARS

Die Songs des Sängers und Songwriters Max Clarke aus Brooklyn – der sich Cut Worms nennt – können mit ausgereiftem Liedgut begeistern und sind was für Freunde sanfterer Indie-Klänge. Meist verhalten, immer sehr romantisch, immer ein wenig nach einem Ausflug aufs Land klingend, wo die Welt noch in Ordnung ist und man die Seele baumeln lassen kann.

OHRMUSCHELMASSAGE

Angel Deradoorian ist die Namensgeberin der experimentierfreudigen Band Deradoorian – furchtlos vermengt die Musikerin aus New York Ambient, Free Jazz, Folk und Psychedelic. Meist spielt sie melancholische Songs nahe am Krautrock (wie z.B. Can oder Sun Ra). Songs, die über eine Richtung aber kein Ziel verfügen.

DER PERFEKTE SOUNDTRACK FÜR EINEN TARANTINO-WESTERN

Devotschka sind vieles, vor allem aber sind sie extrem feinfühlige, geübte Soundtüftler. Einsame Akustikgitarre hier, jubilierende Trompeten dort oder schwelgende Streicher mit donnerndem Schlagzeuggewitter – können sie alles. Und sie wissen, wann sie laut und wann sie leise sein müssen. Wo spartanisch besser klingt und wo überbordende Harmonien erlaubt sind. Immer klingt alles richtig.