ZWISCHEN HOFFNUNG UND SCHRECKEN
Wie erstaunlich formbar die Songs mittlerweile für The Notwist sind, zeigt sich am zehnten Album „News From Planet Zombie“. Auch hier greift die Synthese aus Indie-Rock und Electronica, ein Paradebeispiel für die abwertende Bezeichnung Plinkerpop?
Doch Fehlanzeige. Hier klingen die Münchner wieder so lebendig wie sonst nur live: Die kunstvoll schräge Kühnheit von „X-Ray“ ist der beste Beweis – mit seinen fröhlich-treibenden Drums, den leicht kitschigen Pop-Anklängen, der experimentellen Pop-Attitüde, den kantigen, klirrenden Gitarren. Abgefahren und energiegeladen, ein fast vierminütiger Rave-Wahnsinn zwischen verspielter Nostalgie und düsteren, vielschichtigen Verzerrungen schwankend, klanglich irgendwo zwischen Hoffnung und Schrecken. Gitarren kreischen, ein Metallophon weckt kindliche Neugier, lockere Drums trommeln. Eine wunderbar ungeschliffene Klangcollage – von wegen Plinkerpop.
The Notwist - X-Ray
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