HAUCHZARTES KLANGGEWEBE
Die Band Cindy aus San Francisco hat ihr fünftes Album am Start, das still und leise erschütternde „Another Country“. Hier weben die Musiker das hauchzarte Klanggewebe hinter Frontfrau Karina Gills langsamen, samtigen Gitarrenklängen und geflüsterten Melodien.
Die Rhythmusgruppe sorgt für den rohen Flow, während die Keyboards einen subtilen und surrealen Kontrapunkt zu der düsteren Welt setzen, die Gill in ihren Texten beschreibt – das ist keine verträumte, sonnige Glückseligkeit; halb geschlossene schwarze Vorhänge hängen vor dem Fenster, hinter dem die Erzählerin in die Ferne blickt. Karina Gill hat eine Art, ihre Phrasierung zu unterbrechen, die den Eindruck erweckt, als würden ihre Gedanken sanft in den Abgrund stürzen. Es ist diese beunruhigende Qualität, vermischt mit der verschwommenen Atmosphäre, die Cindys Musik absolut süchtig macht und es zum perfekten Gegenmittel gegen Wohlfühlmusik werden lässt.
Auch ihr neuestes Werk scheint diese gewisse behagliche Atmosphäre beizubehalten. Knapp über dem Rauschen des Tonbands legt Karina Gill auf der ersten Single „Procession“ ihre sanfte Stimme mit großer Wirkung nieder und hüllt ihre sehnsuchtsvolle Poesie in dichte Klanglandschaften.
Cindy - Procession
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