PIESACKEN

The Spectre Collective sind mit ihrem musikalischen Stil immer sehr verlässlich. Da macht auch das vierte Album „Delirium Imperium“ keine Ausnahme. Die Band aus Wellington piesackt den Hörer mit galligen Tönen und grimmiger Semi-Psychedelia neben Collage-ähnlichen Sounds, Pop, Jazz und Krautrock.

EIN SELTEN SPRÖDER CHARME

Songs von Californiosos, wie z, B. „Captain’s Got A Brand New Heart“, klingen wie eine Hommage an tonkopfzerschmirgelnde, billige Eisen-Kassetten der 1970er Jahre – Material, das bizarr, verdreht und verschwurbelt daherkommt. Aber das Duo aus dem kalifornischen Venice beweist ein fast geniales Gespür für Melodien und Arrangements zwischen Simon & Garfunkel, den Doors, Love, Sun Ra, Ariel Pink und Devendra Banhart.

OHNE SCHAM IN DEN GEMEINPLÄTZEN DES POP SUHLEN

The Snuts kommen aus dem schottischen West Lothian und pflegen das Erbe bekannter britischer Popmusiker. Arctic Monkeys, Jamie T oder die Kaiser Chiefs sind Vorläufer ihres Sounds, der sich mit Einflüssen aus Sixties-Beat, Rock’n’Roll und 1990er-Pop mischt.

NEBEN EINER BLOSSEN AKUSTIKKLAMPFE

Der junge, gerade mal zwanzig Jahre alte Andrew Cushin aus Newcastle zeigt trotz zurückgenommener Instrumentierung, dass er gute Songs schreiben kann: Zwei Stücke gibt es auf der EP „Waiting For The Rain“, jedes für sich ein kleines Meisterwerk. Dabei liegt eine gewisse Verletzlichkeit wie dicker Belag auf den Stimmbändern. Aber gerade deshalb glänzt der Brite besonders neben einer bloßen Akustikklampfe.

WILDER PENDELAUSSCHLAG

Die DIY-Punkband Panic Shack ist musikalisch etwa so sozialisiert, dass das Quartett aus Cardiff konventionelle Songstrukturen weit von sich weist und weder enervierende Dissonanzen noch lärmende Gitarrenwälle scheut.

DIE GRENZE ZUM ZUCKERSCHOCK

Ein bisschen Alternative, ein bisschen Indiepop, ein sonniges Gemüt. So präsentieren sich The Goon Sax aus Brisbane. „We’re Not Talking“, das zweite Album aus 2018, gibt sich gut gelaunt: Das Schlagzeug rumpelt und die Gitarren klickern wie Murmelbahnen, Schlagzeugerin Riley Jones singt erstmals gedankenverloren Gesangsparts. Plüschige Streicher- und Bläsersätze, pianolastige Songs mit Mut zum Gefühl und zur großen Geste noch dazu. Hier fällt das Streben nach Opulenz besonders eindrucksvoll aus.