AUF DEN SCHEITERHAUFEN

Die Chicagoer Formation Tijuana Hercules gelingt mit dem neuen Album „Mudslod And The Singles“ ein innovativer Collagen-Sound: zusammengesetzt aus Avantgarde, Math-Rock, Hillbilly Trance und obskuren Alternative-Blues, verspielten Soundkonstruktionen mit irrwitzigen Analog-Geräuschen, destruktiver Gitarrenarbeit, der Präsenz des Sängers und Mastermind John Vernon Forbes und der weiteren quengelnden, quäkenden und nölenden Stimmen der Gastsänger, die durchs Gehörsystem strömen, ins Hirn wie Herz dringen und verstörte Zentralorgane hinterlassen.

DIE DEM BLUES SEINE SCHWARZE SEELE ZURÜCKGEBEN

The Black Keys sind weiße Musiker, die dem Blues seine schwarze Seele zurückgeben und mit ihrem zehnten Album „Delta Kream“ antreten, um die Klänge eines Musikstils, der seine Wurzeln im Süden der USA hat und dort von den afroamerikanischen Künstlern ins Leben gerufen wurde, wieder in ein zeitgemäßes Gewand zu hüllen und das mit elf Coverversionen von Musikern wie z. B. John Lee Hooker oder R. L. Burnside.

GRANDIOSER IRRSINN

Man sollte denken, Langkamer kommen aus irgendeinem Kaff im mittleren Westen der USA, wo es außer einer abgehalfterten Bahn sowie der dazugehörigen Tankstelle keine andere Ablenkungsmöglichkeit gibt. Die Wahrheit ist jedoch, die ausgeschlafenste Kuhhirten-Combo weit und breit kommt aus Bristol im Südwesten Englands.

MIT LÄSSIGER UNBEKÜMMERTHEIT UND KULTIVIERTEM DILETTANTISMUS

Evolfo kommen mit lässiger Unbekümmertheit und kultiviertem Dilettantismus und eine Mischung aus Garage-Rock, Psych-Soul, Spiritual-Funk und Kraut-Rock daher. Das Ergebnis heisst „Site Out Of Mind“ und ist Album Nr.2, ausgetüftelte und stark produziert.

INTENSIVES GEBRÄU

Marcus O’Neill ist Sänger, Gitarrist und Songschreiber der Londoner Band Big Strides und hat sein neues Solo-Album „Blue Moon In The Room“ am Start, wobei der Blues vordergründig zu sein scheint, aber hier mehr Behauptung als Genrebezeichnung ist.

OPULENTER MISCHMASCH

Die Songs von der Gruppe Lucid Sins klingen, als wären sie in den 1970ern entstanden. Nach gediegenem Rock à la Wishbone Ash und Blue Öyster Cult. Das kommt nicht von ungefähr, schwärmen die sechs Schotten doch für den orgellastig kantigen Sound der damaligen Aufnahmetechnik. Selbst ihr neues Album „Cursed!“ haben sie wohl mit Original-70er-Jahre-Equipment aufgenommen.