SPIELWIESE

Den ersten Langzeittest hat „Paint Me A Dream“, die aktuelle 7-Inch-Single der britischen Band The Chemistry Set, bereits bestanden. Die Platte ist im Februar erschienen und zeigt immer noch keine Abnutzungserscheinungen. Auch nach der x-ten Wiederholung klingt ihr genialer Mix aus britischem Acid-Pop und psychedelischen Sixties-Folk-Soundtracks so mitreißend wie beim ersten Mal.

Anstatt auf vordergründige Gefälligkeit zu setzen, haben die Londoner ihren vielschichtigen Songs immer wieder ein paar kleine Ecken und Kanten verpasst. Jedes Mal, wenn ein Song ins Kitschige abzuschmieren droht, steuert die Band noch schnell dagegen, dann rumpelt der Psychedelic-Folk, laufen die Bänder rückwärts, humpelt der Pop, eiern die Melodien und spielen die Noten verrückt wie eine Flipperkugel auf Acid. So rauen sie die schönsten Harmonien mit verzerrten Acid-Sounds vorsichtig auf.

Nicht nur Fans von The Asteroid No 4, Syd Barrett oder The Seeds dürften ihre Freude an der skurrilen Gruppe haben, die wirklich alles gegen den Strich bürstet. Also: Neben psychedelischen Elementen mischt sich auf „Paint Me A Dream“ ein folkiger Sound in das Klanggefüge, hie und da glaubt man sich in die Zeit der späten Sechziger versetzt und zwar auf einer Spielwiese, wo sich The Chemistry Set unter zerfließenden Farben sich endlosen Improvisationen hingeben.

The Chemistry Set - Witches Of 69

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